Vor knapp einer Woche hat die neue „Tatort Lennep“ FĂŒhrung von 378meter.de eine erfolgreiche Premiere gefeiert. Grund genug hier im 378meter Blog auch nochmal die veröffentlichten Presseartikel auf der Suche nach weiteren Meinungen zu durchforsten. FĂŒr „Ganz schön schaurig“ befindet die Bergische Morgenpost das neue Angebot, der Remscheider General-Anzeiger hat „bei Mord und Ostwind“ eine GĂ€nsehaut bekommen und auch der LĂŒttringhauser Anzeiger spricht von „schauerlich-schönen Seiten“ der Lenneper Altstadt.

Das ResĂŒmee ist aber bei allen Veröffentlichungen identisch „Diese StadtfĂŒhrung ist eine Bereicherung fĂŒr Lennep, fĂŒr Einheimische und ihre GĂ€ste.“
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Hier nochmal gesammelt alle Veröffentlichungen zur Premiere des „Tatort Lennep“:

In der Lenneper Altstadt ist’s ganz schön gruselig

Lennep Ein stahlgrauer Himmel spannt sich ĂŒber die kopfsteingepflasterten Gassen und die dicht an dicht gedrĂ€ngten Fachwerk-HĂ€uschen der Lenneper Altstadt. Es ist kalt, und die Straßen sind wie ausgestorben. Mit einer Ausnahme. Eine Gruppe von Menschen in WintermĂ€nteln, Schals und Handschuhen schart sich um die StadtfĂŒhrerin Melanie Clemens.
Diese senkt bedrohlich ihre Stimme, als sie die Geschichte vom Mord an Josef Weizel erzĂ€hlt. „Es war ein dunkler Winterabend im Jahre des Herrn 1554“, beginnt sie. Zu dieser Zeit sei Lennep eine reiche Handelsstadt gewesen. „Vor den Toren der Stadt wurde Weizel auf brutale Weise ausgeraubt und schließlich getötet“, erzĂ€hlt Clemens. Es habe keine Zeugen gegeben – mit Ausnahme der Drosseln, die zu der Zeit am Himmel kreisten. Mit einem mehr oder weniger versöhnlichen Ende schließt Clemens: „So wurden die ÜbeltĂ€ter dann doch noch ĂŒberfĂŒhrt und dem unglĂŒcklichen Josef Weizel wurde ein Denkmal gesetzt.“
Und dann geht es schon weiter zum nĂ€chsten „Tatort“. Die zahlreichen Besucher der „Tatort Lennep“ – FĂŒhrung hĂ€ngen auch dort wie gebannt an Melanie Clemens‘ Lippen. Zum ersten Mal fand die zweistĂŒndige FĂŒhrung am Samstag statt. Organisiert wurde die Tour von der Remscheider Freizeitplattform 378meter.de. Ihr GrĂŒnder Christoph Imber war bei der Premiere der Tatort-FĂŒhrung dabei. „Wir wollten die Möglichkeit bieten, Lennep auf eine ganz andere Weise kennenzulernen“, sagt Imber. Der Teilnehmerzahl nach zu urteilen habe diese Idee großen Anklang bei den Remscheidern gefunden.
Langsam legt sich die DĂ€mmerung ĂŒber die Stadt und bei den eisigen Temperaturen mĂŒssen die Teilnehmer der Tour ganz schön Durchhaltevermögen beweisen. Doch irgendwie mache so ein Wetter die FĂŒhrung, bei der es um Mord, Totschlag und andere Kriminalgeschichten geht,, noch authentischer, stellt eine Teilnehmerin fest und zieht sich ihre WollmĂŒtze tiefer ins Gesicht.
Auch Petra Bergmann bereut es nicht, fĂŒr diese Veranstaltung das gut geheizte Wohnzimmer verlassen zu haben. „ich mag meine Heimatstadt sehr und freue mich immer, neue Geschichten ĂŒber sie zu erfahren“, sagt sie lĂ€chelnd. Auf dem Alten Markt berichtet Clemens nun, warum das beschauliche Lennep 1962 in den englischen Ort Littleshaw verwandelt wurde – fĂŒr Filmaufnahmen zum Durbridge-Krimi „Das Halstuch“.
Nach zwei weiteren „Tatorten“ und den dazugehörigen Geschichten ist es Zeit fĂŒr eine Pause. Am GĂ€nsebrunnen serviert Clemens ihren Zuhörern eine wohl verdiente heiße Tasse Tee zum AufwĂ€rmen. www.378meter.de

Bergische Morgenpost, 25.MĂ€rz 2013, Von Alina Imping
www.rp-online.de

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GĂ€nsehaut bei Mord und Ostwind

Ins Jahr 1554 entfĂŒhrte sie ihre Zuhörer. Da sollen der Sage nach auf der alten Handelsstraße zwischen Lennep und Köln zwei RĂ€uber den Boten Joseph Weizels ermordet haben, dem man spĂ€ter das Steinerne Kreuz setzte. Aber auch in den 50er und 60er Jahren wurde in Lennep noch so manche Gasse zum Tatort.
StadtfĂŒhrerin Melanie Clemens kennt sie alle. Am Samstag bat sie zu ihrer ersten neuen Tatort-Tour in Kooperation mit dem Online-FĂŒhrer „378Meter.de“. Und wiewohl ihnen der eiskalte Ostwind ordentlich um die Ohren pfiff, folgten ihr die Lennep-Interessierten auf dem Fuß. GĂ€nsehaut war da vorprogrammiert, aber auch der spannenden Geschichten wegen.
BlutrĂŒnstig war es zum Beispiel an der Wetterauer Straße zugegangen. Hier hatte sich in den 50er Jahren eine Familientragödie abgespielt. „Dir SĂ€ufer sollte man besser gar nicht aufmachen“, hatte die Mutter damals dem gewaltbereiten Sohn zugerufen, als der mitten in der Nacht sternhagelvoll vor ihrer TĂŒr gestanden hatte. „Sie öffnete aber trotzdem, und Friedrich erschlug seine Mutter“, erzĂ€hlte Melanie Clemens und sagte mit einem schelmischen Blick auf das Schild an der TĂŒr: „Da passt es ganz gut, dass heute hier eine psychologische Praxis untergebracht ist.“
Dass in Lennep 1961 der Durbidge-Krimi „Das Halstuch“ gedreht wurde und aus dem Alten Markt das StĂ€dtchen „Little Shaw“ wurde, das machte die StadtfĂŒhrerin mit Hilfe von ZeitungsĂŒberschriften deutlich. „SchĂŒsse am Alten Markt“, habe es damals geheißen als die Reklameschilder an den HĂ€usern eine englische Übersetzung bekamen und Autos mit englischen Kennzeichen um den Markt herum parkten.
Ein Kabarettist musste damals um sein Leben fĂŒrchten
„Die Lenneper strömten damals zu den Aufnahmen“, berichtete Melanie Clemens und zeigte Fotos, auf denen die Protagonisten Heinz Drache und Horst Tappert zu sehen sind. Die Begeisterung ging damals so weit, dass sich die Taxifahrer via Funk ĂŒber die Ereignisse in dem Sechsteiler informieren ließen. Und dem Kabarettisten Wolfgang Neuss hatte man gar mit Mord gedroht. Weil er vor Ausstrahlung der letzten Folge den Mörder verriet. Weitere Infos zum Programm: www.378Meter.de

Remscheider General -Anzeiger, 25. MĂ€rz 2013, Von Sabine Naber
www.rga-online.de

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Im Fadenkreuz: Der „Tatort Lennep“

StadtfĂŒhrerin Melanie Clemens zeigt die schauerlich-schöne Seite der alten Hansestadt.

Immerhin knapp 30 Teilnehmer konnten sich bei bibberkalten Null Grad und scharfem Ost-Wind fĂŒr die Lenneper Stadtgeschichte erwĂ€rmen. Am frĂŒhen Samstagabend besuchten die historisch Interessierten mit StadtfĂŒhrerin Melanie Clemens KriminalschauplĂ€tze vergangener Jahrhunderte. Am „Tatort Lennep“ erfuhren Jugendliche und Erwachsene interessante Details zur bewegten Lenneper Vergangenheit. Dunkle Geschickten hinter pittoresken Kulissen „Vor den Stadtmauern versammelten sich die Unholde“, erzĂ€hlte die Lennep-Kennerin am einstigen „Kölner Tor“. Im reichen Lennep wurden nĂ€mlich viele GeschĂ€fte gemacht, was nicht nur Kaufleute, sondern auch Diebe und Gauner auf den Plan rief. So machte sich im Jahr 1554 ein Geldbote auf den Weg nach Köln und wurde von bösartigen Wegelagerern beraubt und erschlagen. Doch blieb die Tat nicht ungesĂŒhnt. Die Raubmörder wurden erhĂ€ngt und fĂŒr ihr Opfer in der NĂ€he der Talsperre ein Denkmal aufgestellt. „Es war damals ĂŒblich, solche Mord- und SĂŒhnezeichen zu errichten“, erklĂ€rte Melanie Clemens. Doch auch nachfolgende Jahrhunderte boten Stoff fĂŒr schaurige Unterhaltung. In den 1950er Jahren erschlug in der Wetterauer Straße ein volltrunkener Sohn seine Mutter. „Die Nachbarin lief schreiend aus dem Haus und traf auf einen Polizisten“, hatte die StadtfĂŒhrerin bei ihren Recherchen erfahren. Intensiv hat sich Melanie Clemens im Vorfeld mit diesem Teil der Lenneper Historie auseinandergesetzt. Sie hat tagelang im stĂ€dtischen Archiv verbracht und alte Akten und Zeitungen gewĂ€lzt. Dort hat sie auch her ausgefunden, dass die alte Hansestadt im Jahr 1961 zu einem weiteren Schauplatz der Geschichte wurde. Zur Verfilmung des Durbridge-Straßenfegers „Das Halstuch“ wurde der Rundling nĂ€mlich in die englische Kleinstadt „Little Shaw“ verwandelt. „Damit wurde Lennep deutschlandweit berĂŒhmt“, sagte Melanie Clemens schmunzelnd. Ohne Zweifel: Diese StadtfĂŒhrung ist eine Bereicherung fĂŒr Lennep, fĂŒr Einheimische und ihre GĂ€ste. „Das Thema fand ich sehr interessant. Wir haben hier so viel Geschichte, darauf muss man aufmerksam machen“, befand etwa Petra Berghaus.

LĂŒttringhauser-Anzeiger, 28. MĂ€rz 2013, Von Stefanie Bona
http://www.luettringhauser-anzeiger.de